Flohmarkt Fund

Ein Mitbewohner kommt zu mir und zeigt mir seinen Flohmarkt Fund. Es sind drei Alben mit einer Briefmarkensammlung. Tolle Briefmarken bevorzugt aus den 1960iger Jahren, einige auch mit A.H., es ist ein Schatz. Es sind auch Briefumschläge aus der Pionierzeit der Raumfahrt dabei. In dem Moment bin ich nicht schnell genug. Ich strebe es an […]

Postkartensammlung

Die Sammlung der Poststelle ist bisher nicht kuratiert. Aber es sind zwei Karten eingetroffen mit Sprüchen, die für meine Weltsicht zu negativ sind. Ich modifizier diese Karten mit Positiver Message und sende sie zurück zum Absender.

Die Welt mal anders …

Die Weltkarte in der Poststelle dient mir zur Orientierung. Ich habe sie umgedreht, zur gewohnten Lage, aufgegangen. Wobei man ja nicht sagen kann „umgedreht“, da die Welt eine Kugel ist. Das Europa oben gezeigt wird, geht zurück auf die Entwicklung der Karte an sich. Die Weissen haben sich als Übermenschen verstanden und haben so Europa […]

Siesta

Das Leben auf dem Oberdeck, vormals Piazza genannt, beginnt immer erst am Abend. Es ist die beste Zeit, um Kontakt zu meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern aufzunehmen. So brauche ich eine Siesta im Split Bett. Ein Teil Bett und ein Teil Arbeitstisch. Die Beine passen perfekt unter den Schreibtisch.

Persisch…

Auf einem Flaniergang über die Piazza treffe ich 2 Herren. Wir plaudern, sie sprechen Deutsch und es kommt zu meinen ersten Persisch Lektionen. Später treffe ich A.M. jr. und er hilft mir den Satz: „Man bedunbole jak noma mirgardam ase tarafe schomo tobo chodam wah beschachse tachwilbedam dar Iran.“ zu formulieren. Frei übersetzt so viel […]

Bewohnerausweis

Meine Nachbarn haben einen Bewohnerausweis. Ich habe leider nur einen Besucherausweis bekommen. Heute modifiziere ich ihn, damit ich mich noch heimischer hier fühle.

Postausgangsprozess

Täglich um 16:00 Leerung am Poststellenkasten. Heute keinen EINEN Brief im Kasten. Mittlerweile vermute ich, dass meine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner extra keine Brief für Freunde und Familie schreiben, weil sie mich hier behalten wollen. Bis spätestes 16:30 müssen die Briefe und Postkarten am Hauptbriefkasten sein, damit sie deutschlandweit am nächsten Tag ankommen.

Pokerspiel IRAN / LIBANON

Der EINE Brief entscheidet darüber, ob ich in den Iran oder Libanon reise. Ich könnte zwar einfach als Tourist reisen, aber dies mache ich nicht. Ich reise ausschließlich mit einer Aufgabe.    

Bestechungsversuch mißglückt

Ich bekomme von meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern Postkarten in ihren Muttersprachen. Weiter, brauche ich für den EINEN Brief, Hinweisschilder in Arabisch und Farsi. Ich bitte um Hilfe, zur Übersetzung, bei dem Sozialarbeiter Team. Ich versuche es mit Korruption in Form von einem Null Euro Schein. Der Korruptionsversuch scheitert. Die Null Euro Banknote wird lediglich, als […]

Erstgespräch

Heute wurde ich zum Erstgespräch morgen um 10:30 eingeladen, wie jeder andere Mitbewohnerin und Mitbewohner auch. Hierfür habe ich heute meine Dokumente sortiert. Ich bringe mit: erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, Personalausweis, Impfpass, Sozialversicherungsausweis, Krankenkassenkarte, Künstlerausweis und meinen Stammbaum mit Nachweis von Künstlervorfahren. Plus eine Null Euro Banknote für etwaige Gebühren.

Nirgendwoland entdeckt

An den Wochenenden ist die Piazza des Camp Leonhards ziemlich ausgestorben. Alle Unterwegs. Ich mache mich auf eine Wanderung zum Großen Ahrensfelder Berg und dahinter entdecke ich das Nirgendwoland. Eine unglaubliche Aussicht bis zum Teufelsberg.

Marzahn Reisender

Die Anreise aus der Stadt ist weit, so kommen selten Gäste vorbei. Noch erschwerend ist die Tatsache, dass alle die, dass Gelände von Camp Leonhard betreten wollen, tagesaktuell getestet sein müssen. Um so freudiger für mich, dass es jemand schafft und auch noch Postkarten in die Welt schreibt.

Logbuch Postschiff

Das Leben hier im Camp Leonhard fühlt sich ein wenig an, wie eine lange Reise auf einem Postschiff. Ich führe Logbuch über Ereignisse, Gedanken und Begegnungen.

Waschtag

Freitags ist Waschtag. Die gelbe Oberbekleidung ist genau nach einer Woche aus. Ohne gelb ist die Poststelle geschlossen.

Postkarten von meinen Mitbewohnern

Ich verweile auf der internen Piazza und biete meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern an Postkarten zu schreiben. Einige sagen sie haben keine Freunde, keine Familie und wissen nicht, wem sie schreiben sollen. Ich zeige ihnen die Sammlung der Poststelle und biete ihnen an mir zu schreiben. Ich antworte auch.

Der EINE Brief

Ich bin Reisender. Mein Ziel ist es während meiner Residency mindestens einen Auftrag für eine persönliche Briefzustellung zu bekommen. Gestern auf meiner Nachmittagswanderung kam mir die Vision: Er wird mich in den Iran führen. … und dies ist nicht der eine Brief, sondern ein Irrläufer an msk7 aus der Vorbereitungszeit.

Sammlung Poststelle

Die Sammlung wächst von Tag zu Tag. Wer noch eine Postkarte für die Sammlung senden möchte. Herzlich Willkommen. Patrick Timm @ Wohnheim für Geflüchtete Rudolf Leonhard Strasse 13, 12679 Berlin

Marzahner Wanderungen

Morgens und meistens Nachmittags nach der 16:00 Leerung Wandere ich ganz langsam durch Marzahn. So langsam, dass ich fast rückwärts gehe. Wenn ich noch langsamer gehen würde, müsste ich kognitiv rückwärts gehen, um vorwärts zu kommen. So entdecke ich Motive für die Sofortbildkamera.

Posteingang – Postausgang

Postausgang Noch vom Sonntag gehen 67 g an Postmaterial raus. Dann eine Karte in die Türkei von einem Mitbewohner und weitere 7 Karten mit der Aufforderung Postkarten zu senden für die Sammlung der Poststelle. Posteingang 9 weitere Postkarten sind vorwiegend aus Österreich eingegangen.  

18:00 Leerung

Sechs Postkarten sind in der Leerung. Alle interne Zustellung. Eine Karte kann nicht zugestellt werden wegen unleserlicher Anschrift. Gehe zusammen mit der Sicherheit durchs Camp Leonhard. Vielen Dank an die Sicherheit. Viele erfreute Gesichter, viel lächeln, einfach toll.

Umfeld – Wanderung

Ich würde gerne den ganzen Tag vor Ort sein, aber ich brauche physische Bewegung und nehme mir morgens, eine täglich Wanderung durch das nahe Umfeld, vor. Heute ist das erste Ziel die Gärten der Welt. 10 min. Wanderung. Ich gehe nicht rein. Irgendwie empfinde ich das Camp Leonhard auch als Garten der Welt. Am Kiosk […]

Vielen Dank

Ich sitze am Tisch etwas entfernt von der Poststelle, zum schreiben. Ein Herr kommt zu mir und bietet mit Tee, Brot und Käse an. Wir haben keine gemeinsame Sprache, aber wir können uns mit Händen und Füßen verständigen. Ich verstehe er kommt aus Afghanistan, war Taxifahrer, seit 7 Jahren im Camp, spricht nur Farsi und […]

Zum Einzug

Jede Bewohnerin Jeder Bewohner bekommt zum Einzug ein Küchenerstausstattungsset. So ich auch. Weiter ist auch schon eine Menge Post für mich eingegangen. Sie wird mir zur Begrüssung überreicht. Ich fühle mich sehr willkommen.

Grab Rudolf Leonhard

Am 5.5.22 besuche ich die Grabstätte von Rudolf Leonhard auf dem Friedhof Lichterfelde – Gedenkstätte der Sozialisten. Ich lege gelbe Tulpen am Grab ab. Er ist ja der Schutzpatron der Poststelle.